Aktueller Journalismus

Es ist immer wieder interessant, sich Pressemeldungen mal genauer anzusehen. Auch heute geht ein Artikel durch die Medien, der es wieder in sich hat. Die Manipulation ist zwar offensichtlich. Aber sie wird beibehalten. Steter Tropfen höhlt den Stein. Und so mancher glaubt per se daran, was er schwarz auf weiß vorgesetzt bekommt.

Die „ganze Welt“ könne die Präsenz der russischen Kräfte in der Ukraine auf den Bildschirmen sehen, sagte Obama. „Das anhaltende russische Eindringen in die Ukraine wird nur mehr Kosten und Konsequenzen für Russland haben.“ Dies habe er auch mit Merkel besprochen.

[Update 31. August 2014: Der oben verlinkte Artikel existiert nicht mehr auf welt.de. Man findet ihn wortgleich aber weiterhin auf stern.de.]

Was kann die Welt tatsächlich auf den Bildschirmen sehen? Satellitenbilder, auf denen man Fahrzeuge sieht. Was für Fahrzeuge das sind, kann man nicht sehen. Sie werden als Militärfahrzeuge erklärt, als Panzer und Raketenwerfer. Als Bildkommentar an anderer Stelle kann man lesen:

  1. SIX PROBABLE 2519 SELF PROPELLED GUNS
  2. PROBABLE SUPPORT VEHICLE

Sechs wahrscheinliche Selbstfahrlafetten, wahrscheinliche Hilfsfahrzeuge. Und keinesfalls Erntemaschinen, etwa Mähdrescher und LKWs. Denn die würden so gar nicht in das Bild einer Invasion passen, mit dem die westliche Presse seit Wochen die schon so oft widerlegten ukrainische Behauptungen unterstützt.

Das „anhaltende russische Eindringen in die Ukraine“ ist was? Ein Hilfskonvoi, der lange Zeit an der ukrainischen Grenze festgehalten wurde, während man aus Kiew den Westen um Hilfe bat. 10 reguläre russische Soldaten, die sich angeblich verlaufen hatten. Und viele russische Soldaten, die sich Urlaub genommen haben, um in der Ukraine die Separatisten zu unterstützen.

Dass Russland an seiner Grenze zur Ukraine Truppen zusammenzieht, wird uns als Vorbereitung einer Invasion erklärt, die doch angeblich schon stattgefunden haben soll. Und nicht etwa als Reaktion auf die Pläne der NATO, nicht offiziell in den Konflikt einzugreifen, aber in der Ukraine Manöver abzuhalten.

Wer hat eigentlich Nowoasowsk eingenommen?

Die Führung in Kiew warf Russlands Armee vor, einen wichtigen Grenzort und umliegender Dörfer eingenommen zu haben. Die Nachricht der mutmaßlichen Eroberung von Nowoasowsk mit seinen 11.000 Einwohnern folgte auf Angaben aus Kiew, wonach eine russische Militärkolonne mit hundert Panzern und Raketenwerfern die Grenze überquert habe.

Mit der Einrichtung eines „humanitären Korridors“ sollten „unnötige Opfer“ vermieden werden, erklärte Putin in der Nacht. Nach der Einnahme des Grenzortes Nowoasowsk durch die Rebellen sollten die eingekesselten Regierungstruppen die Möglichkeit erhalten, sich durch den Korridor „aus der Kampfzone zurückzuziehen“.

Es scheint, dass man in Kiew ganz einfach die Rebellen als Teil der russischen Armee sieht. Das macht die ganze Propaganda deutlich einfacher. Denn diese Russen sind tatsächlich in der Ukraine. Es ist ihre Heimat.

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