Moskau und Glasnost

In der Ära Gorbatschow hat die Welt eine kleine Lektion der russischen Sprache bekommen. Neben Perestrojka (перестройка – Umbau, Veränderung) machte auch der Begriff Glasnost (гласность – Offenheit, Transparenz) die Runde. Damit wurde recht schnell der Blick auf die Realität des damaligen sozialistischen Führungslandes gelenkt. Der Umbau gestaltet sich dagegen sehr viel schwieriger. Die Sowjetunion ist in viele Teile zerfallen, die einzeln noch schwächer sind als das damalige Großreich. Das wichtigste Ergebnis war aber sicher, dass der Eiserne Vorhang fiel und der Kalte Krieg beendet wurde.

Dieser Tage kann die Welt erneut lernen, was Glasnost bedeutet. Während uns die deutsche Presse einreden soll, dass zwei Drittel der Deutschen eine russische Invasion in der Ukraine befürchten, die nach anderen Pressemeldungen bekanntlich schon längst stattgefunden haben sollte, zeigt Wladimir Putin erneut seine Gelassenheit und Sicherheit auf dem internationalen Parkett. In gewohnter Sachlichkeit reagiert er auf die jüngsten Vorwürfe, er wolle die Ukraine militärisch erobern. Er möchte der westlichen Kriegspropaganda einfach Tatsachen entgegensetzen, die jeder selbst prüfen solle. Der Kreml bietet an, Barrosos Telefonat mit Putin, in dem die angebliche Kriegsdrohung gefallen sein soll, zu veröffentlichen.

„Aus dem Zusammenhang gerissen“ – Kreml will Putin-Telefonat veröffentlichen

Den neuen Kalten Krieg beenden, bevor er richtig angefangen hat. Das ist wirkliche Friedenspolitik.

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