Wer hat Angst vor Unabhängigkeit?

Royal Coat of Arms of the Kingdom of Scotland.svg
Royal Coat of Arms of the Kingdom of Scotland“ von Sodacan
Diese Vektorgrafik wurde mit Inkscape erstellt. – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Freiheit und Eigenständigkeit sind eine treibende Kraft in der Geschichte der Menschheit. Am 18. September wird das Referendum über die staatliche Unabhängigkeit Schottlands erwartet. Von 843 bis 1290 war Schottland ein stolzes Königreich. Dann wurde es von England unter Eduard I. annektiert. Ab 1283 wurde der englische König auch Fürst von Wales. Immer wieder kämpften die Schotten um ihre Freiheit und Unabhängigkeit von England. 1297 siegten sie in der Schlacht von Stirling Bridge über die englischen Truppen, 1314 in der Schlacht von Bannockburn. 1320 akzeptierte Papst Johannes XXII. die schottische Unabhängigkeitserklärung. 1603 wurde der schottische König Jakob VI. als Jakob I. auch König von England. Die Kronen wurden vereinigt, die Länder blieben getrennt. Jakobs Sohn und Thronfolger Karl I. versuchte, am Parlament vorbei zu herrschen. Damit löste er den englischen Bürgerkrieg aus. Mit seiner Hinrichtung am 30. Januar 1649 verlor auch Schottland seinen König. 1707 erfolgte mit dem „Act of Union“ die staatliche Vereinigung Schottlands mit England zum Königreich Großbritannien. Das schottische Parlament wurde aufgelöst, seine Abgeordneten zogen ins Parlament von Westminster ein.

1997 entschied sich das schottische Volk für ein eigenes Parlament, das 1990 gewählt wurde und eingeschränkte Kompetenzen bekam. Jetzt streben die Schotten ihren eigenen Staat an. Das wichtigste Argument dafür sind die Einnahmen aus der Ölförderung. Die Nationalpartei wirbt seit 1970 mit „It’s Scotland’s Oil“ für die nationale Eigenständigkeit. Dabei hat sie inzwischen 4 weitere Parteien auf ihrer Seite.

Allein die Vorstellung einer schottischen Unabhängigkeit erschüttert die Bankenwelt. Denn es geht nicht nur um Schottland. Es könnte ein Beispiel und Startsignal werden für die Unabhängigkeitsbewegungen von Flandern in Belgien, der Bretagne in Frankreich, Kataloniens in Spanien, Venetiens und Südtirols in Italien. Während die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens zwar staatlich unabhängig wurden, aber finanziell von den USA und der EU bestimmt werden (siehe auch hier), hat die Slowakei wirtschaftlich mit ihrer Unabhängigkeit von Tschechien gewonnen. Besonders Flandern mit einem Anteil von 57 % am belgischen Bruttoinlandsprodukt würde ebenfalls gewinnen. Ebenso Katalonien mit 18,7 %. Dagegen wirken die 10,3 % Anteil am britischen BIP bei Schottland geradezu winzig. Für die Banken steht aber vor allem eine Frage im Vordergrund. Es handelt sich immer um hoch verschuldete Staaten. Wer übernimmt dann die Zinslast, wer sichert den Banken ihre Pfründe?

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Ein Gedanke zu „Wer hat Angst vor Unabhängigkeit?

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