Ein Fall von geistigem Kindesmissbrauch?

Kamyar, ein junger Rapper, fühlt sich angegriffen von Thilo Sarrazins Aussagen, dass ein Teil der Moslems dümmer sei als andere. Und dass sich Juden genetisch von anderen Religionen unterscheiden. Er hat mit seinem Freund Dzeko einen „Anti-Sarrazin-Song“ aufgenommen.

Die Mendelschen Gesetze lernen die beiden ganz sicher in der Schule. Wenn sie dann wissen, wer nach dem jüdischen Selbstverständnis ein Jude ist und welche genetischen Auswirkungen die in Deuteronomius 7:3-4 der Tora festgelegten Bestimmungen für die Juden haben, können sie nochmal über Sarrazins Aussagen nachdenken. Denn dumm sind die beiden bestimmt nicht. Kamyar hat sogar eine Klasse übersprungen. Ob bei den Moslems alle gleich klug sind, können sie sicher auch selbst herausfinden. Wo sonst in der Welt ist das so?

Dass es die beiden stört, wenn der Begriff „Migrationshintergrund“ in der Bundesrepublik so strapaziert wird, ist sicher für jeden nachvollziehbar. Sie sprechen lieber von „ausländischen Wurzeln“. Kamyar ist „sowohl Iraner als auch Deutscher“, weil er beide Pässe hat und beide Sprachen beherrscht. Da von einem Migrationshintergrund zu sprechen, ist tatsächlich nicht richtig. Er ist ja nicht migriert, sondern lebt zwischen den Welten. Seine Familie lebt im Iran, seine Freunde in der Bundesrepublik, sagt er. Dzeko meint, dass man eben weiß, was Migrationshintergrund bedeutet, und nicht mehr darüber nachdenkt. Er fährt jedes Jahr in den Sommerferien mit seinen Eltern zur Familie in Montenegro. Er spreche perfekt jugoslawisch. Ob er serbokroatisch meint oder nur montenegrinisch, hat ihn die Autorin des Artikels wohl nicht gefragt. Aber vielleicht spricht er ja tatsächlich auch slowenisch, mazedonisch und bulgarisch perfekt.

Erziehung beinhaltet auch, übernommene und eigene für richtig befundene Gedanken und Glaubenssätze weiterzugeben. Nachdenken, denken nach dem Denken, die Gedanken also immer wieder prüfen, macht allmählich frei von den Fesseln fremder Gedanken. Gedanken in fremde Köpfe pflanzen und das Nachdenken verhindern, ist eine Form geistigen Missbrauchs. Kinder sind da noch formbar. War es Thilo Sarrazin, der Menschen, die gar nicht migrieren wollen, einen „Migrationshintergrund“ anhängt, um nicht von Ausländern zu sprechen? Hat er behauptet, dass Kamyar zu den dümmeren Moslems gehört? Der „Anti-Sarrazin-Song“ zeigt, wogegen sie sich im Grunde zu wehren versuchen. Rabea Weihser meint, die beiden jugendlichen Rapper hätten Sarrazins Thesen widerlegt. Das Nachdenken ist hoffentlich auch bei ihr noch nicht abgeschlossen.

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