Griechenland auf dem Kurs der EU

Die Bundesregierung malt uns ein positives Bild Griechenlands. Auf der Internetseite der Kanzlerin können wir lesen, dass die Reformen in Griechenland Wirkung zeigten: 

Die griechische Regierung versucht, durch Verbesserung der Investitionsbedingungen und Privatisierung von staatlichem Eigentum ausländisches Kapital nach Griechenland zu bringen. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras sagte, dass weitere Strukturreformen beschlossen seien und durchgeführt werden. Ein wichtiges Handlungsfeld sei vor allem der Abbau von bürokratischen Hemmnissen für die Exportwirtschaft und Erleichterungen bei Firmengründungen.

Die Frage ist, welche Wirkung beabsichtigt ist. Hier haben wir die direkte Antwort bekommen. „Unsere Experten“ können gute Ratschläge geben, denn wir in der Bundesrepublik kennen das ja schon: Privatisierung staatlichen Eigentums, um ausländisches Kapital ins Land zu bekommen. Die Troika aus EZB, IWF und der Europäischen Kommission leistet wieder ganze Arbeit. Unter dem Deckmäntelchen, den Griechen helfen zu wollen, verkaufen sie deren Wirtschaft. Dann haben die Griechen damit schließlich auch kein Problem mehr. Die ausländischen Investoren werden sich schon um das kümmern, was ihnen gehört. Griechenland hat mit 27,2 % zwar die mit Abstand höchste Arbeitslosenquote in der EU. Aber Frau Merkel spricht von „ersten zarten Pflänzchen des Erfolgs der Bemühungen“, die sichtbar seien. Damit meint sie die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 %. Sie vergißt allerdings in ihrem Jubel, dass es diese Rate noch gar nicht gibt. Sie wurde nur prognostiziert. Und zwar von denen, die die Wirtschaft verkaufen wollen.

Der Trick bei dieser modernen Form der Kolonialisierung ist recht einfach. Man vergibt Kredite anders als an Privatpersonen. Nämlich an einen Staat, von dem man weiß, dass er sie nicht zurückzahlen kann. Zur Not spendiert man auch einen entsprechenden Berater, der dem Staat hilft, seine Bilanzen freundlicher zu gestalten. Sie wird die Spirale aus Zins und Zinseszins in Gang gesetzt. Ist der Staat dann pleite, macht man den Ziegenbock zum Gärtner und übernimmt etwas getarnt die Regierungsgewalt. Danach ebnet man die Wege, um die Wirtschaft aufkaufen zu können. Und alles ganz legal. Dafür sorgen die eigenen Organe. Denn über allem thront der Vorsitzende der EU-Kommission. Der darf sogar bestimmen, wer die Mitglieder seiner Kommission sind.

Die Griechen brauchen jetzt nur ein wenig Geduld, beruhigt Frau Merkel.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s