Belege, Beweise, Schlussfolgerungen und viele Ungereimtheiten

Der Bundesnachrichtendienst hat nach einer detaillierten Analyse der Ursachen zum Absturz des malaysischen Verkehrsmaschine auf dem Flug MH17 über der Ostukraine festgestellt: Die prorussischen Separatisten waren es. Dazu heißt es im Artikel eines früheren Nachrichtenmagazins:

Eine niederländische Untersuchungskommission vermied nach Auswertung des Flugschreibers Schuldzuweisungen.

Der BND kam zu eindeutigen Ergebnissen: Ukrainische Aufnahmen seien gefälscht, sagte Schindler, das lasse sich anhand von Details erkennen. Auch russische Darstellungen, wonach die Rakete von ukrainischen Soldaten abgefeuert wurde und ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, seien falsch.

Damit widerspricht der BND-Präsident Gerhard Schindler zwar den Aussagen der OSZE-Gruppe und aller an der Aufklärung beteiligten Fachleute. Und er veröffentlicht auch keine konkreten Gegendarstellungen, sondern begnügt sich mit diesen Behauptungen. Aber immerhin haben die Hand und Fuß:

Es sind eben Belege. Es sind keine Beweise.
[…]
Also der Schluss liegt sehr nahe: Es waren die pro-russischen Separatisten.

Moment, bitte! Wie war das? Eine Schuldzuweisung, die belegt, aber nicht bewiesen ist? Sie basiert auf einer Schlussfolgerung aus der Auswertung von Satellitenaufnahmen und verschiedenen Fotos. Wenn diese Aufnahmen nichts beweisen – was können sie dann belegen? Woraus wurde da geschlossen?

Immerhin gibt es einen Fortschritt bei der Darstellung. Vor gar nicht langer Zeit hatte man eindeutige Beweise Belege (oder was auch immer) dafür, dass das BUK-Raketensystem von Russland geliefert worden war. Wir erinnern uns: Dafür bekam Russland die Sanktionen von USA und EU verordnet. Inzwischen ist genau so klar (oder was auch immer) bekannt, dass die „prorussischen“ Separatisten es von der ukrainischen Armee erbeutet hatten. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte schließlich gemeldet, dass Alexander Chodakovski den Besitz des Systems bestätigt habe. Es gibt nur ein kleines Problem dabei: Chodarovski dementiert diese Aussage:

„Wir haben von Versionen gesprochen, der rote Faden des gesamten Gesprächs bestand aber in dem simplen Satz, dass ich keine Informationen darüber habe, ob die Milizen solche Waffen besitzen“, sagte Chodakowski im RT-Interview.

Irgendwann werden sich „unsere“ Politiker und Journalisten von ihren Lügen verabschieden oder wirkliche Beweise vorlegen müssen. Vielleicht erkennen sie dann auch, dass es keine „prorussischen“ Separatisten sind, sondern russische. Aber Geschichtskenntnisse scheinen bei der Wahrheitsfindung auch eher störend zu sein.

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Ein Gedanke zu „Belege, Beweise, Schlussfolgerungen und viele Ungereimtheiten

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