Bekommt der Jahrestag des Mauerfalls eine weitere Bedeutung?

Die Bundesrepublik ächzt und stöhnt unter dem Streik der Lokführer im Herbst 2014. Der Gewerkschaft geht es nicht einfach um mehr Geld für ihre Mitglieder. Das sind außer Lokführern z.B. auch Zugbegleiter, Rangierführer, Bordgastronomen, Disponenten und Ausbilder. Die älteste deutsche Gewerkschaft kämpft vor allem gegen die Einschränkung von Koalitionsfreiheit und Tarifpluralität, also um die Grundlagen gewerkschaftlicher Rechte, die andere schon aufgegeben haben.

Die Deutsche Bahn hält dagegen, dass sie nicht in der gleichen Berufsgruppe nach 2 verschiedenen Tarifen bezahlen könne. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich mit weniger abspeisen lassen. Das mutet recht seltsam an, denn in anderen Bereichen hat die Bahn keine Probleme mit unterschiedlicher Entlohnung für gleiche Arbeit.

Jetzt möchte die Bahn juristisch gegen den Streik vorgehen. In dem Antrag beim Arbeitsgericht Frankfurt/Main verweist das Unternehmen auf die zentralen Feierlichkeiten in Berlin zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Sind die Zuhörer der Redner wichtiger als die Pendler, die täglich für unsere Wirtschaft zur Arbeit fahren müssen? Wir sind gespannt, ob der Jahrestag des Mauerfalls, eines Symbols für die Freiheit, zum neuen Symbol für das Ende gewerkschaftlicher Freiheit wird.

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