Dschihadisten nutzen den Mailserver deutscher Neonazis

„Kurios: IS nutzt deutschen Neonazi-Internetdienst“, berichtet das Politmagazin „Panorama“ der ARD. Konkret geht es um eine E-Mail-Adresse, die beim Anbieter 0x300.com eingerichtet und in „Dabiq“, dem Propagandablatt der ISIS, als Kontakt angegeben wurde. Als Schlüsselfigur, was immer das bei einem Mailserver heißen mag, wurde der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der Partei „Die Rechte“ ermittelt. Und die Mitglieder dieser Partei beteiligen sich auch an „HoGeSa“, den Protesten der Hooligans gegen Salafisten.

Der Anbieter dreamhost.com im kalifornischen Orange County, bei dem die Domain 0x300.com registriert ist, verschlüsselt die Daten und anonymisiert seine Kunden. Sie heißen einfach „A Happy DreamHost Customer“. Bis dahin nichts neues. Ganz ähnliche Wege nutzen zum Beispiel auch die Betreiber des Internetprangers psiram.com (früher als esowatch.com bekannt). Die beiden Journalisten Robert Bongen und Julian Feldmann wissen, dass 0x300.com von „Rechtsextremisten zur sicheren Informationsübermittlung gegründet“ wurde. Ihnen liegen Aussagen von Aussteigern vor, nach denen sich die „Schlüsselfigur“ dazu bekannte, den Dienst zu betreiben.

Da dürfte es ihnen gar nicht gefallen, dass ausgerechnet die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) für ihre Kommunikation einen Neonazi-Internetdienst nutzt.

mutmaßen sie. Aber wissen sie denn, wer hinter dem IS steht?

Vielleicht schließt sich da auch einfach ein Kreis politischer Netzwerke. Deutsche Linksextremisten setzen sich für die Kurden ein. Deutsche Rechtsextremisten setzen sich gegen den IS ein, der gegen die Kurden kämpft. Man sollte meinen, sie stehen damit auf der gleichen Seite. Aber Linksextremisten und Rechtsextremisten müssen sich immer gegenüberstehen. Aus Prinzip. Sozusagen als antagonistischer Gegensatz. Also prügelt die Antifa – in so gar nicht antagonistischer Manier zur faschistischen SA – auf die Gegner der Gegner ihrer Freunde ein. Ist doch logisch. Oder alles nur ein Schauspiel? Können die Geheimdienste tatsächlich die elektronische Post der Neonazis und der Dschihadisten nicht mitlesen, oder soll denen das nur so scheinen? Wir wissen doch, dass die Überwachungstechnik genial ist. Und wir wissen auch, dass V-Leute keine Märchenfiguren sind.

Die Regierungen verhalten sich ähnlich ziellos wie die Extremisten. Die Bundesregierung schickt den Kurden Hilfe, die entweder nicht funktioniert oder nicht erwünscht scheint. Die türkische Regierung will zwar keinen IS. Aber wenn so ihr Problem mit den Kurden gelöst würde, wäre es wohl gar nicht so ganz verkehrt. Weil aber die Türkei nicht nur in der NATO, sondern auch in der EU sein sollte, hält man eben still und wartet ab, Wenigstens die USA haben einen Plan für einen mindestens dreijährigen Krieg. Aber sie können da auch ihren Heimvorteil nutzen.

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