Und sie haben doch kurze Beine, die Lügen der Propaganda

Ist es eine Tragödie oder eine Komödie? Es mutet tragikomisch an, wie die ersten unserer regierungsnahen parteiengesteuerten Medien mit dem Dilemma ihrer eigenen Berichterstattung umgehen. Da geben sie sich monatelang große Mühe, ein klares und möglichst einfaches Feindbild aufzubauen. Der dozierende Zeigefinger wird kaum noch gesenkt. Vermutungen und Unterstellungen werden dem Kunden als Wahrheit präsentiert. Es werden zum scheinbaren Beleg der Lügen Berichte erfunden, Reportagen gefälscht oder sogar behauptet, es lägen Beweise vor, aber die könne man nicht präsentieren ohne sich selbst zu entlarven. In der ganzen Propagandamaschinerie greift ein Rad ins andere. Und nur einer spielt nicht mit. Der Feind. Was nun?

Ein interessanter Artikel von Moritz Gathmann im Tagesspiegel trägt die Überschrift „Ein Krieg in der Sackgasse„. Ein Krieg? Das ist für eine entsprechende Kurzmeldung auf Twitter nicht aussagekräftig genug. Da bemüht man eben wieder die abgedroschene Geschichte von der russischen Invasion und meldet:

TagesspiegelWen wundert es, dass bisher nur von Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und „pro-“ russischen Separatisten berichtet wurde. Ein Bürgerkrieg ist wohl nicht spektakulär genug. Ein Krieg zwischen zwei Nachbarstaaten macht sich da besser.

Im Grunde staunt Gathmann darüber, dass sowohl Russland als auch die russischen Separatisten in der Ukraine nicht der westlichen Presse gehorchen, sondern das tun, was sie immer selbst vorgegeben hatten. Die Separatisten haben ihre Volksrepubliken gegründet und Russland sieht von außen zu.

Geht die Märchenstunde des Abendlandes nicht auf? Verbrennt die Lüge von der russischen Annexion auf dem Scheiterhaufen der Geschichte?

Es gab die Sezession des Donbass. Eine Annexion durch Russland gab es nicht. Diese Realität scheint erst jetzt zu dämmern. Medienbild und Wirklichkeit passen nicht zusammen. Und so mag mancher sich wundern, dass Russland die jungen Republiken nicht eingliedert.

Es gab die Sezession des Donbass. Eine Anerkennung durch die ukrainische Regierung und die hinter ihr stehenden westlichen gibt es bisher nicht. Jedenfalls nicht offiziell. Und so wundert sich mancher, dass die Ukraine den Menschen im Donbass die Zahlung von Renten und Gehältern verweigert und die Banken blockiert. Die Ukraine hat auch Grenzkontrollen eingeführt. Im eigenen Land?

Was bisher ausbleibt ist die Empörung des Westens, die in anderen Fällen ähnlicher Art üblich ist. Es fehlen auch die Aufrufe für humanitäre Hilfe für die Menschen in den Gebieten, die durch die Angriffe der ukrainischen Armee zerstört wurden. Das übernimmt Russland. Der Nachbar schickt weiterhin Konvois mit Hilfsgütern. Eine „Invasion“ des Friedens und der Nächstenliebe. Auch auf die Gefahr hin, dass die westliche Propagandamaschine sich daraus wieder Truppenbewegungen und Waffenlieferungen bastelt. Denn die wird nicht ihre monate- und jahrelange Serie von Lügen zugeben, auch wenn sie offensichtlich ist. Die Regierungen Westeuropas werden beschämt die Anerkennung der jungen Volksrepubliken vorerst vermeiden. Sie brauchen dazu wie immer das Signal aus Washington.

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