Aktueller Journalismus 8

Während in der Redaktion des früheren Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die Führungsebene wackelt, der Chefredakteur Wolfgang Büchner den Verlag verlässt und der Geschäftsführer Ove Saffe sein Amt niederlegt, zeigt sich der öffentlich-rechtliche Mitteldeutsche Rundfunk treu im Fahrwasser der etablierten Parteien. Rechtsbeugung wird bejubelt und brisante Details verschwiegen.

Der Aufhänger dafür ist PEGIDA – „Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Wie 1989 demonstrieren in Dresden wieder Menschen für ihr gemeinsames Ziel. Und wieder steht es dem ihrer Regierung im Wege. Damals wurden sie „vom Westen unterstützte Konterrevolutionäre“ genannt. Heute einfach Neonazis. Ob sie es sind oder nicht. Und wieder nimmt sich die Regierung ihrer Ängste nicht an, sondern versucht sie zu kriminalisieren.

Seit Wochen wächst die Zahl von Demonstranten der mutmaßlich rechtsorientierten Initiative Pegida gegen eine angebliche Islamisierung des Abenlandes und für eine Verschärfung des Asylrechts. Das hat sich inzwischen herumgesprochen, in ganz Deutschland und darüber hinaus.

So berichtet der MDR Sachsen auf seiner Internetseite. Mutmaßlich rechtsorientiert? Genau weiß man es wohl nicht. Aber das muss auch nicht sein. Der Verdacht reicht in solchen Fällen schließlich aus für ein implizites Urteil. Und rechts ist bekanntlich immer rechtsradikal. Damit sitzt der Stempel. Weiter heißt es beim MDR:

Der Ruf der ohnehin nicht gerade als weltoffen geltenden Stadt könnte durch die Pegida-Demonstrationen weiter Schaden nehmen. Jetzt will erstmals ein breites Bündnis der Bürger von Dresden gegen Pegida auf die Straße gehen.

Über den Verlauf der Demo am vergangenen Montag ist zu lesen:

Pegida hat für Montag erneut zu einem „Spaziergang“ durch die Innenstadt aufgerufen. Die Demonstration ihrer Anhänger hatte an diesem Montag in Dresden nach Polizeiangaben 7.500 Menschen angezogen. Erstmals wurde der Marsch von Gegendemonstranten blockiert. Insgesamt protestierten rund 1.200 Menschen gegen die „Pegida“-Demonstration.

Und wieder einmal wird verschwiegen, dass die Demonstration genehmigt war, die Gegendemonstration nicht. Beim MDR erfährt man auch mit keinem Wort, dass die zur Sicherheit eingesetzten 500 Polizisten dann doch noch Arbeit bekamen. Nämlich durch einige der Gegendemonstranten. Die beließen es nicht bei der Sitzblockade. Und weil die Demonstranten sich nicht provozieren lassen hatten, nutzten sie die Polizei als Blitzableiter, um ihr Gewaltpotential zu entladen. Das ist nicht neu. Ob es vielleicht deswegen dem MDR keine Silbe wert war?

Der weitere Verlauf von PEGIDA ist schon jetzt absehbar. Das Verfahren ist schließlich in der Bundesrepublik bestens erprobt. Nachdem die Provokation von außen nicht funktioniert hat, werden in gewohnter Kaperpolitik Provokateure „von innen“ auftauchen, um dann Gewalt aus den Reihen der Demonstranten vorzutäuschen. Zumindest einen Wandel der Ziele hin zum rechten Extremismus. Damit wäre der Grund geliefert, um diese Demonstrationen aus Gründen der Sicherheit zu verbieten.

Vielleicht kann das breite Bündnis derer, die fremde Kriege in der Bundesrepublik begrüßen, das verhindern. Denn ihrer Ängste werden sich die Bundes- und Landesregierung ganz sicher annehmen.

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4 Gedanken zu „Aktueller Journalismus 8

  1. Solveigh Calderin

    PEDIGA nimmt tatsächlich das Thema der rechtesten Kräfte dieses Landes auf. Und nach deren Muster demonstrieren sie nicht gegen die URSACHEN der „Einwanderung“, dem kapitalistischen System, dass den Menschen in ihrer Heimat JEDE Existenzgrundlage zum Zwecke der eigenen Profitmaximierung geraubt hat, sondern sie wenden sich völlig zynisch und schizophren gegen die OPFER kapitalistischer Profitsucht, die sie ja selbst auch sind.

    Aus diesem Grund würde ich eine solche Bewegung NIE begrüßen und/oder unterstützen und ich bezweifle auch, dass die 7.500 alles Dresdner Bürger waren, ich vermute, das waren von CDU/CSU/NPD/AfD aus der ganzen BRD herangekarrte Personen.

    Ziel: Der Faschismus soll in der BRD weiter salonfähig gemacht werden!

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    1. gedachtundnachgedacht Autor

      Die Veränderungen der Inhalte werden auch bei PEGIDA wieder durch die Medien vorweggenommen. Ursprünglich gestartet als Aufruf an die Bundespolitik, religiösen Fanatismus in Form des islamistischen Terrors nicht zuzulassen, werden die Ziele in die Richtung einer allgemeinen Islamfeindlichkeit gedrückt. Schon jetzt warnt der „Stern“ vor der Gefahr einer „Anti-Islam-Front“. Es wird in der Darstellung nicht mehr zwischen der politisch-fundamentalistischen Form des Islamismus und der Religion des Islam unterschieden. Dementsprechend werden bald in den Reihen der Demonstranten tatsächlich Islamfeinde zu finden sein.

      http://www.stern.de/panorama/pegida-dresden-tausende-kommen-zu-anti-islam-demo-2157246.html

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      1. Solveigh Calderin

        „Ursprünglich gestartet als Aufruf an die Bundespolitik, religiösen Fanatismus in Form des islamistischen Terrors nicht zuzulassen, werden die Ziele in die Richtung einer allgemeinen Islamfeindlichkeit gedrückt.“

        Das ist das Problem bei solchen Themen. Wenn ich eine Demostration zu dem im Zitat genannten Thema mache, muss ich mich nicht wundern, wenn die entsprechenden braunen Gestalten aus ihren Löchern gekrochen kommen und das Thema übernehmen und verdrehen!

        Auch diesem Thema fehlte ja die URSACHE der Terroristen in der BRD: Die BRD finanziert, organisiert und rüstet diese Banden aus – und dann dürfen sich die „Kämpfer“ freilich auch in der BRD „gesund pflegen“ und „erholen“!!

        Es wäre also richtiger gewesen, die BRD in den Demonstration der Unterstützung der Faschisten in aller Welt anzuklagen! Da hätten sich die Neo-Faschisten wohl eher nicht daran beteiligt!
        Würde dann noch während der Demonstration aufgezeigt, dass der Imperialismus IMMER zum Faschismus führen MUSS, auch HIER, und diese Faschisten: AfD, NPD, NSU usw. beim Namen genannt werden, so würden die Neo-Faschisten der BRD diese Demonstration stören wollen, aber nicht übernhemen können!

        Wer das Pferd von hinten aufzäumt, muss sich nicht wundern, wenn er es nicht reiten kann!

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  2. gedachtundnachgedacht Autor

    Für viele Menschen sind religiöser Fanatismus und Faschismus verschiedene Dinge. Auch wenn sehr ähnliche Strukturen dahinterstehen. Es spielt aber überhaupt keine Rolle, was konkret angeklagt werden soll. Sobald es gegen die Interessen der Mächtigen geht, wird es durch deren Machtapparat unterlaufen und zerlegt. Ob da der „braune Mob“ losgeschickt wird oder die „Antifa“ hängt nur vom Zeitpunkt ab.

    Wichtig ist diese Reihenfolge. Sie soll dem flüchtigen Betrachter einen Eindruck von Ursache und Wirkung vermitteln und ihn damit über das immer gleiche Prinzip dahinter täuschen. Zwei Seiten der gleichen Medaille sollen als verschiedene, sogar gegensätzliche Kräfte erscheinen. Und so bleiben in der Aufzählung „… und diese Faschisten: AfD, NPD, NSU usw.“ die treibenden Kräfte unter „usw.“ verborgen, während andere dem gewünschten Bild entsprechend genannt sind.

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