Ebola und kein Ende

Die Konflikte in der Welt stehen im medialen Wettlauf. ISIS, Syrien, Ukraine, Embargopolitik und die jeweiligen veröffentlichten Meinungen darüber konkurrieren mit Hungersnöten und Krankheiten.

Wir haben schon lange nichts mehr von Ebola gehört. Oder kommt uns das bei der täglichen Flut von gleichen Meldungen nur so vor? Das „Handelsblatt“ verhindert erfolgreich, dass dieses Thema in Vergessenheit gerät und präsentiert uns anschauliche Grafiken.

Auf sechs bebilderten Seiten mit wenig Text präsentiert uns die Zeitung das Todesvirus in Zahlen, nur ein wenig unterbrochen durch die unvermeidliche Werbung. So erfahren wir zum Beispiel, dass fast jeder zweite Erkrankte, nämlich 47 %, an „Ebola“ auch stirbt und dass der Zaire-Stamm am gefährlichsten ist. In den am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea sind bis zum 23. November schon mindestens 5674 Menschen daran gestorben.

Ganz am Ende erfährt der Leser, dass an HIV, Malaria, Diarrhö und Tuberkulose weitaus mehr Menschen pro Tag sterben. 110 an Tbc, 685 an AIDS, und 4 an Ebola. Darüber wird aber kaum noch berichtet.

Auszug aus der Statistik zu Ebola

Screenshot mit Auszug aus der Statistik zu Ebola

Und mancher mag überlegen, welche Zeit von der Krankenhausaufnahme bis zum Ende der Infektion bei Überlebenden tatsächlich vergeht. Nicht dass es wirklich eine Rolle spielen würde. Dass die Menschen die Krankheit überleben können, ist die wichtigere Aussage dabei. Das fehlende Leerzeichen wird ganz sicher nicht die Erkrankung im Durchschnitt um fast 10 Stunden verlängern. Aber wie vertrauenswürdig sind solche Meldungen?

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