Aktueller Journalismus 9

Die bundesdeutschen Medien haben ein neues Lieblingskind: Die „Gidas“. Pegida und die Ableger außerhalb Dresdens drängen sogar den Dauerfeind Putin in den Hintergrund. Selbst der Krieg in der Ukraine, der mit Krediten der EU wieder angekurbelt wurde, nimmt einen der hinteren Plätze in der Berichterstattung ein. Liegt es an der geografischen Nähe des Themas oder kommt es gelegen, um von der Verantwortung der Bundesregierung für weitere Tote im Donbass abzulenken?

An der Art der Berichterstattung scheint sich etwas ändern zu wollen. Zaghaft, fast unmerklich, aber doch bemerkbar. Es sind vor allem die kleineren Sender und die regionalen Zeitungen, die offenbar die Wahrheit des Unworts des jahres 2014 erkannt haben. Sie lassen gelegentlich Informationen zu, die nicht auf der Linie der Parteivorgaben liegen. Und so entwickeln sich Qualitätsunterschiede, die erneut die als „Rundfunkbeitrag“ deklarierte Steuer in Frage stellen lassen. Bei den Druckmedien entscheiden schon immer die Abonnenten und Käufer am Kiosk, was ihrem Anspruch an Qualität gerecht wird.

Priester wird wegen Auftritt bei Dugida Predigtbefugnis entzogen Bildquelle: diefreiheitsliebe.de

Während ein überregionales, ehemaliges Nachrichtenmagazin ein regionales Ereignis einäugig kommentiert, geht die regionale Presse ehrlicher damit um. Ein Pastor aus Emmerich hat sich auf der Pegida-Demonstration in Duisburg, der Dugida, kritisch zum Abschalten der Beleuchtung des Kölner Doms als Protestaktion gegen Pegida geäußert. Er erinnerte an die mittelalterlichen Glaubenskriege und die Kriege gegen das Osmanische Reich. Für sein „völlig verzerrtes Bild von Geschichte und Gegenwart“ bekam er von seinem Bischof ein Predigtverbot.

Für den „Spiegel“ ist das nicht nur ein Bericht. Es ist gleichzeitig der Anlass, über die Demonstration selbst zu berichten:

4000 Gegendemonstranten waren am Montag nach Duisburg gekommen, auf Pegida-Seite sollen laut Polizei auch 250 Vertreter der aggressiven Hogesa-Bewegung teilgenommen haben, der „Hooligans gegen Salafisten“.

In der Regionalzeitung „Der Westen“ wird natürlich auch über diese Demonstration und die Gegendemonstration berichtet. Und natürlich mit gleichem Zungenschlag. Aber mit Informationen, die ein anderes Licht auf die Demonstranten werfen:

  • In Duisburg erteilten nach Polizeiangaben etwa 4000 Gegenprotestler 600 Pegida-Anhängern eine Abfuhr.
  • Unter den Pegida-Demonstranten waren laut Polizei auch 250 „aggressive Hooligans der Hogesa-Bewegung (Hooligans gegen Salafisten).
  • Drei Polizisten wurden beim Versuch linker Gegendemonstranten eine Polizeisperre zu durchbrechen verletzt. Zwei Beamte wurden von Wurfgeschossen getroffen, einer wurde mit einem Verkehrsschild geschlagen.
  • Einen weiteren Mann nahm die Polizei am Krankenhaus fest. Er war dort auf Polizisten losgegangen, die auf ihre verletzten Kollegen warteten.
  • Ein Gegendemonstrant wurde wegen des Zündens eines Bengalos (Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz) festgenommen.

Es mutet seltsam an, dass die Hoologans als aggressiv bezeichnet, aber keine Straftaten angeführt werden. Die Gewalt ging wieder einmal von den linken Gegendemonstranten aus. Die werden aber offiziell nicht als aggressiv bezeichnet. Denn sie agieren bekanntlich im Auftrag einiger Bundestagsparteien. Wahrlich, eine journalistische Meisterleistung. Aber immerhin von den Fakten her der Online-Ausgabe der Illustrierten überlegen.

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