Schlagwort-Archive: ARD

Unwidersprochene Geschichtsklitterung bemängelt

In einem am Abend des 07. Januar 2015 in den ARD-Tagesthemen ausgestrahlten Interview hat der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazeniuk die Bundesrepublik um Hilfe gebeten. Weder die Journalistin Pinar Atalay, die das Interview mit ihm führte, noch Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der er sich am nächsten Tag traf, oder irgendeine andere Stelle der Bundesregierung zu einem späteren Zeitpunkt gingen auf seine skandalöse Behauptung ein: „Wir alle erinnern uns gut an die Invasion der Sowjetunion in Deutschland und die Ukraine.“ (Interview bei 1:12 min)

Zwei Tage ist nichts passiert. Es scheint niemanden gestört zu haben, dass Jazeniuk mal eben die Geschichte des Zweiten Weltkriegs für seine Propaganda passend schreiben wollte. Dann hat das russische Außenministerium eine offizielle Protestnote an die Bundesregierung geschickt. Weiterlesen

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Dschihadisten nutzen den Mailserver deutscher Neonazis

„Kurios: IS nutzt deutschen Neonazi-Internetdienst“, berichtet das Politmagazin „Panorama“ der ARD. Konkret geht es um eine E-Mail-Adresse, die beim Anbieter 0x300.com eingerichtet und in „Dabiq“, dem Propagandablatt der ISIS, als Kontakt angegeben wurde. Als Schlüsselfigur, was immer das bei einem Mailserver heißen mag, wurde der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der Partei „Die Rechte“ ermittelt. Und die Mitglieder dieser Partei beteiligen sich auch an „HoGeSa“, den Protesten der Hooligans gegen Salafisten. Weiterlesen

Die Ukraine in der Tagesschau

ARD-aktuell hat am 29. September eine Zwischenbilanz veröffentlicht zur Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt in der Tagesschau. Darin heißt es:

Die scheinbare Wiederkehr von Kaltem Krieg und Ost-West-Konflikt scheint aber die Gemüter viel stärker zu bewegen als andere Konflikte. Deshalb nehmen wir Kritik sehr ernst. Wir widersprechen aber ganz energisch den Vorwürfen einer gezielten Desinformation oder beabsichtigten Manipulation von Informationen in der Tagesschau. Wir haben stets nach bestem Wissen und Gewissen sowie sorgfältiger Recherche berichtet. Es gibt keinen Grund, sich für Fehler zu entschuldigen oder in der Berichterstattung nun gar “gegenzusteuern”.

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Aktueller Journalismus 5

Es gab am Sonntag in Moskau eine große Demonstration für Frieden in der Ukraine. 5000 Teilnehmer hat die Polizei geschätzt. 0,043 % der Einwohner mag nicht viel erscheinen für die 11,5-Millionen-Metropole. Aber die Veranstalter gaben auch mehr als die sechsfache Zahl an. Die Bilder lassen eher Zweifel an der kleineren Zahl aufkommen. Dass die Angaben so stark voneinander abweichen, mag verwundern. Dass die Schätzwerte verschieden sind, ist aber normal. Sicher spricht es auch dafür, dass die Demonstration selbst friedlich verlaufen ist. Sonst hätte die Polizei wohl mehr zu tun gehabt.

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Mit der Schere im Kopf geht es nicht besser

Die Berichterstattung der westlichen Medien über den Ukraine-Konflikt ist deutlich von der Politik geprägt. Es herrscht wieder einmal Kalter Krieg. Da will die Politik mit den Säbeln rasseln und die Medien müssen dafür die Zustimmung erzeugen. Allmählich scheint sich die Erkenntnis ihren Weg zu bahnen, dass man es dabei übertrieben hat.  Weiterlesen