Die Ukraine – strategisch wichtig als Konfliktherd

Der Konflikt in der Ukraine hat also mehrere Ursachen. Für die USA geht es um drei wesentliche Aspekte dabei. Ganz oben steht die geografische Lage in der unmittelbaren Nachbarschaft der Weltmacht Russland. Während die Länge der Grenzen zu den amerikanischen NATO-Partnern Norwegen nur 196 km, zu Estland immerhin 334 km und zu Lettland 217 km beträgt, zusammen also 747 km, ist die gemeinsame Grenze mit der Ukraine mit 1576 km gleich mehr als doppelt so lang. Ein ideales Aufmarschgebiet für das Militär. Gleichzeitig würden mit der Ukraine die beiden Bänder von den USA abhängiger Länder im Süden und im Westen Russlands vereinigt. Nur noch Weißrussland wäre der festen Umarmung im Wege.

Zum anderen sind natürlich die USA an den Bodenschätzen der Ukraine interessiert. Dazu ist eine schwache Regierung von sehr großem Vorteil, wie das Beispiel Russlands unter Jelzin gezeigt hat. Damals florierte die Ausbeutung der Naturvorkommen. Die seit der Staatsgründung 1991 dauernde Unentschlossenheit bezüglich der Entwicklung der Ukraine verspricht ein ähnlich leichtes Spiel.

Und dann spielt natürlich auch die Sicherung der amerikanischen Investitionen über Rosemont Seneca Partners und Burisma eine große Rolle.

Kein geringerer als der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy erklärte in einer Rede am 10. Juni 1963:

Denn uns stellt sich auf der ganzen Welt eine monolithische und rücksichtslose Verschwörung entgegen, die sich vor allem auf versteckte Mittel für den Ausbau ihrer Einflusssphäre verlässt – auf Infiltration statt Invasion, heimliche Umstürze statt Wahlen, Einschüchterung statt Wahlfreiheit, Guerillas in der Nacht statt Armeen am Tage.

Es ist ein System, welches gewaltige menschliche und materielle Ressourcen einsetzt, um eine engmaschige und effiziente Maschinerie aufzubauen, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Vorbereitungen sind verdeckt und werden nicht veröffentlicht, ihre Fehlschläge werden begraben und nicht verkündet, ihre Dissidenten werden mundtot gemacht und nicht gelobt, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein Gerücht veröffentlicht, kein Geheimnis enthüllt.

Er wurde gestorben für seine Ansicht:

Welche Art von Frieden suchen wir? Keinen Pax Americana, welcher der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Nicht den Frieden der Grabesruhe oder den der Sicherheit des Sklaven. Ich spreche von echtem Frieden; jene Art von Frieden, der das Leben auf der Erde lebenswert macht; jene Art von Frieden, der es den Menschen und Nationen ermöglicht, zu wachsen und zu hoffen und ein besseres Leben für ihre Kinder aufzubauen – nicht einfach nur Frieden für die Amerikaner, sondern Frieden für alle Männer und alle Frauen – nicht einfach nur Frieden in unserer Zeit, sondern Frieden für alle Zeiten.

Ganz sicher ist die Politik von Präsident Putin nicht das, was der Westen gern hätte. Sie entspricht nicht unseren Phrasen von Demokratie und vor allem widerspricht sie dem US-amerikanischen Führungsanspruch. Aber sie entspricht dem, was das russische Volk braucht. Das haben die Menschen in Russland und vielen Ländern erkannt. Der Zuspruch mag durchaus auch zum Teil aus einem primitiven Antiamerikanismus gespeist sein. Aber das nimmt ihm nicht Kraft und Deutlichkeit. Denn selbst der Antiamerikanismus hat handfeste Ursachen im Handeln der USA und der Bewertung durch die Menschen.

Die Ukraine, selbst das Produkt einer Sezession, erlebt gerade eine weitere Sezession. Das als Aggression von außen darzustellen erspart natürlich, die Ursachen im Inneren zu suchen. Faschismus und Korruption als Folgeerscheinungen einer fast ungebändigten Gier nach Reichtum und Macht sind kein so schöner Grund für den Zerfall eines Staates, der nach über 20 Jahren noch nicht richtig auf die Beine gekommen ist. Den mag man nicht zugeben. Da ist der Ruf nach Hilfe ähnlich gieriger Freunde salonfähiger.

 

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