Geschichte der Ukraine

Die Geschichte ist sehr vielfältig, wenn man die geografische Region Ukraine betrachtet. Das Gebiet wurde schon in der Altsteinzeit besiedelt. Steinbabas belegen eine religiöse Kultur in der Kupfersteinzeit. In vorchristlicher Zeit siedelten sich Pontosgriechen an der Schwarzmeerküste und auf der Krim an. Dabei stießen sie auf das Hirtenvolk der Taurer und die Reiternomaden der Skythen.

Im frühen Mittelalter gehörte die Ostukraine zum Chasarenreich. Andere Gebiete waren von Magyaren besiedelt. Die Turkvölker der Petschenegen und Kumanen so wie die mongolische Goldene Horde besiedelten die Ukraine nach dem Untergang des Chasarenreiches.

Seit dem 9. Jahrhundert besiedelten Ostslawen die Ukraine. Ihr Großreich der Kiewer Rus erstreckte sich vom Finnischen Meerbusen bis südlich von Kiew. Die Hauptstadt lag sehr dezentral, aber an den wichtigen Handelswegen, welche die jüdischen Radhaniten als Verbindung zwischen den Ländern des christlichen Abendlandes und der islamischen Welt aufgebaut hatte. Der Süden der Ukraine blieb von den Turkvölkern der Petschenegen und später den Kiptschaken besiedelt. Diese Gebiete gingen in das Reich der Goldenen Horde ein, das von da aus bis nach Mitteleuropa ausgeweitet wurde. Ihren Feldzügen fiel auch Kiew zum Opfer. 1240 wurde die Stadt belagert und dann zerstört. Das Reich der Kiewer Rus ging in der Folge unter.

Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein gehörte der Norden der Region Ukraine zum Großfürstentum Litauen und später im Doppelstaat Litauen-Polen zum Königreich Polen. Der Süden gehörte zum Krim-Khanat unter dem Schutz des Osmanischen Reiches.

Erste Bestrebungen eines eigenen Staates in dieser Region gab es in der Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Hetmanat. Der Kosakenstaat, den der polnisch-litauische Adlige Bohdan Chmelnyzkyj 1648 durch einen Vertrag mit dem polnischen König Jan Kazimierz begründet hatte, geriet schon drei Jahre später in die Abhängigkeit von Russland und dem Osmanischen Reich. Die Ukraine wurde am Dnjepr geteilt. Polen bekam die Gebiete rechts des Stromes, Russland die links davon. Im 18. Jahrhundert wurde Polen dreimal geteilt. Außer Ost-Galizien fielen bis 1795 alle Teile der Ukraine an Russland.

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Johann-Baptist Lampi d. Ä. 007“ von Johann Baptist von Lampi -Nachahmer – [1]. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Russland eroberte 1783 im Russisch-Türkischen Krieg die Krim. 1796 wurden die von den Osmanen eroberten südlichen und östlichen Teile der Ukraine zum Gouvernement Neurussland zusammengefasst.

Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die als Katharina II. russische Zarin mit dem Beinamen „die Große“ wurde, unterstützte die Urbanisierung der fast unbewohnten Steppengebiete im Südosten durch Ausländer. Eine Deutsche auf dem russischen Kaiserthron zu wissen, ermutigte viele deutsche Familien, sich dort anzusiedeln.

Katharina die Große deklarierte am 8. April 1783 die Krim als „von nun an und für alle Zeiten“ russisch.

Die zentralen Gebiete der geografischen Region Ukraine wurden deshalb auch „Kleinrussland“ genannt. Galizien und Lodomerien fielen an das Reich der Habsburger.


Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es auf Initiative des Historikers Mychajlo Hruschewskyj zur ersten Nationalbewegung der Ukraine.

In der Folge des Attentats von Sarajevo hatte der deutsche Kaiser Wilhelm II. dem verbündeten Österreich-Ungarn einen fatalen „Blankoscheck“ gegeben. Um die damit verbundene Kriegsgefahr einzugrenzen, vereinbarte Wilhelm II. mit dem russischen Zaren Nikolaus II. eine Waffenruhe. Diese wurde vom russischen Militär missachtet. Durch die Mobilmachung im Zarenreich alarmiert, wollte Deutschland dem drohenden Zwei-Fronten-Krieg zwischen Frankreich und Russland entgehen und Frankreich in einem Überraschungsangriff bezwingen. Dabei wurden Truppenteile trotz der Weigerung des dortigen Königs über Belgien verlegt. Diese Verletzung des Staatsgebietes gab Großbritannien den Grund, als Bündnispartner Belgiens in diesen Krieg einzugreifen. Da das Land aber im ausgehenden 19. Jahrhundert seine Vormachtstellung im Welthandel an das Deutsche Reich abgeben musste, verfügte es nicht mehr über die notwendigen finanziellen Mittel. Die USA halfen aus. Die Zerschlagung Deutschlands hätte die Briten wieder zur Welthandelsmacht gemacht. Den USA war der gerade wichtig gewordene Rohstoff Erdöl, an das man über die Bahnlinie Berlin-Bagdad leichter gelangen konnte, als Rückzahlung gerade recht. Der Erste Weltkrieg war nicht mehr aufzuhalten.

Die Schwächung Russlands durch eine ukrainische Separatistenbewegung war dem Deutschen Reich in dieser Situation sehr willkommen und wurde unterstützt. Tatsächlich zog sich Russland vor allem wegen der Oktoberrevolution von 1917 vorzeitig aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Die Autonomie der Ukraine gelang aber nur teilweise. Die Ukraine wurde im weiteren Verlauf eine Sozialistische Sowjetrepublik unter der Herrschaft des Kremls.

Als nach Stalins Tod der Ukrainer Nikita Chruschtschow 1953 neuer Erster Sekretär des ZK der KPdSU wurde, gliederte er 1954 die zu Russland gehörende Krim der Ukraine an. Ungeachtet der Tatsache, dass sie hauptsächlich von Russen bewohnt war.

Erst 1991, nach 74jährigem Stillhalten, war die ukrainische Separatistenbewegung Nationalbewegung wirklich erfolgreich.

  • 24. August 1991 – Die Werchowna Rada verabschiedet eine formale Unabhängigkeitserklärung
  • 1. Dezember 1991 – Diese wird in einem Referendum mit deutlicher Mehrheit vom Volk bestätigt, auch auf der Krim
  • 2. Dezember 1991 – Russland erkennt die Ukraine als unabhängigen Staat an

 

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5 Gedanken zu „Geschichte der Ukraine

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