Warum die Ostukraine?

Sicher fragt sich mancher, warum es gerade in der Ostukraine Probleme gibt und warum gerade jetzt. Russen und Ukrainer haben in der Geschichte gezeigt, dass sie mit Menschen anderer Nationalitäten friedlich zusammenleben können und wollen. Die Russen und die auch „Kleinrussen“ genannten Ukrainer haben im Staat Ukraine friedlich zusammengelebt. So wirklich verschieden sind sie gar nicht. Es gibt auch viele Mischehen. Warum also gerade die Ostukraine?

Um das zu verstehen, sollte man zuerst einen großen Abstand einnehmen. Sich einen Überblick verschaffen und dann zurückgehen ins Detail.

Hunter Biden (Twitter Image)Weit weg von der Ukraine liegt ein großes Land. 50 Staaten im Norden des Kontinents, die sich zu den Vereinigten Staaten von Amerika zusammengeschlossen haben. Der Präsident der USA ist Barrack Obama. Er hat einen Stellvertreter, den Vizepräsidenten Joe Biden. Dessen jüngerer Sohn Hunter Biden ist Rechtsanwalt und Wirtschaftslobbyist. Die drei verstehen sich gut, wie man hier im Bild sehen kann. Hunter Biden ist Mitbegründer und Manager der Investmentfirma Rosemont Seneca Partners.

Für Rosemont Seneca Technology Partners arbeitet ein gewisser Devon Archer als Managing Director. Er ist außerdem Mitglied des Verwaltungsrates der Burisma Holdings, eines Konzerns mit Hauptsitz in Zypern. Früher war er Wahlkampfmanager des Präsidentschaftskandidaten John Kerry, als der 2004 gegen George W. Bush antrat. Wie kam Archer zu dieser Aufgabe? Am College wohnte er zusammen mit einem gewissen Henry John Heinz IV. Dessen Vater kam 1991 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er war sozusagen „in aller Munde“ als der Inhaber des Heinz-Ketchup-Imperiums. Henry Johns Mutter Teresa F. Heinz heiratete 1995 den Senator John Kerry. Damit wurde der spätere Präsidentschaftskandidat der Stiefvater von Devon Archers älterem Schulfreund.

Aleksander KwaśniewskiAußer Devon Archer gibt es noch ein prominentes Mitglied im Verwaltungsrat der Burisma. Den früheren polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwaśniewski. Seine langjährige Freundschaft mit dem ukrainischen Oligarchen Wiktor Pintschuk, der mit 2.223 Mrd. USD als 6.reichster Mann der Ukraine gilt, dürfte da nicht bedeutungslos gewesen sein.

 Am 12. Mai 2014 gab das Unternehmen bekannt, dass man einen weiteren Platz geschaffen und besetzt hatte. Mit Hunter Biden.

Die Burisma Holdings ist eine „unabhängige Öl- und Gasgesellschaft“, wie man auf der Startseite ihres Internetauftritts lesen kann. Jedenfalls in der englischen Variante. Wer russisch oder ukrainisch versteht, mag da etwas anderes lesen. Denn da ist es eine „частная нефтегазовая компания“ (ru) bzw. „приватна нафтогазова компанія“ (uk), keine unabhängige, sondern eine private Öl- und Gasgesellschaft. Sie sitzt zwar in Limassol auf Zypern, einem EU-Mitglied (noch dazu einem der ärmsten). Aber Burisma operiert – zumindest bisher – nur in der Ukraine. Dort möchte sie Schiefergas fördern. Entsprechend der Vorkommen ist das konkret die Ostukraine. Die weltweit umstrittene und doch schon oft eingesetzte Methode dafür ist das Fracking. In den USA wurden auf diese Weise schon große Landstriche praktisch unbewohnbar gemacht. Gashaltiges Gestein wird in der Tiefe aufgesprengt. Die größere Gefahr geht aber von undichten Borlöchern aus. Wenn das gewonnene Gas ins Grundwasser entweicht, wird es damit verunreinigt und unbrauchbar. Das hat verheerende Folgen für alle Lebewesen der Region.

Aber nicht nur Burisma Holdings gefährdet die Umwelt der Ostukraine. Auch die Royal Dutch Shell hat im Januar 2013 mit der Ukraine einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.

 

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